Onlinehandel in Österreich bereits 2017 auf historischem Höchststand

Pressekonferenz - E-Commerce Studie Östererich 2017 (Rainer Will, Dr. Ernst Gittenberger) Pressekonferenz - E-Commerce Studie Östererich 2017 (Rainer Will, Dr. Ernst Gittenberger) Gebrüder Pixel - Philipp Hartberger

Smartphones beflügeln den Onlinehandel in Österreich und sorgen so für einen Rekordumsatz von gesamt 7,6 Mrd. Euro im österreichischen Distanzhandel. Die Studie des Handelsverbandes und der Plattform "Versandhandel und E-Commerce" in Kooperation mit der KMU Forschung Austria hat ergeben, dass 2017 bereits rund 530 Mio. Euro rein durch M-Commerce (Mobile Commerce) umgesetzt wurden. Diese Zahlen zeigen klar die Wichtigkeit der Onlinevertriebskanäle.

Bedeutung von Onlinehandel in Österreich

Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher nutzen ihre mobilen Endgeräte, um Waren und Dienstleistungen Online zu kaufen bzw. zu bestellen. Österreichische Onlinehändler profitieren hiervon allerdings nur teilweise, da der Großteil der Bestellungen über ausländische Anbieter, Lieferanten und Onlineshops abgewickelt wird. Dies ist u.a. dem Umstand geschuldet, dass lt. Studie 4 von 10 Konsumenten nicht genau sagen können, ob sie bei einem österreichischen oder einem ausländischen Onlineanbieter bzw. Onlineshop bestellen. Nichtsdestotrotz wurde der Umsatz im Distanzhandel durch Smartphones und Co. um rund 25% gesteigert.

Ein Vergleich zu den Zahlen aus einer Erhebung für das Jahr 2015 zeigt, dass es sich bei den Umsatzzuwächsen allerdings nicht um einen Anstieg der Käuferzahlen, sondern um eine Erhöhung der Einkaufssummen, auf durchschnittlich € 1.550,00 pro Käufer/Jahr, handelt. Auf Basis dieses Ergebnisses kann man mutmaßen, dass das Vertrauen in den Distanzhandel bei den Käuferinnen und Käufern, die bereits Onlinebestellungen getätigt haben, zugenommen hat. Wider der Annahme, dass Frauen (durchschnittlich € 1.370,00 pro Jahr) mehr Geld im Onlinehandel ausgeben würden, hat die vorliegende Studie gezeigt, dass es vor allem Männer sind, die beim Onlineshopping im Durchschnitt € 1.730,00 pro Jahr über den virtuellen Ladentisch gehen lassen. Die höchsten Umsätze entfallen allerdings weiterhin auf Bekleidung und Textilien.

Click & Collect als Umsatztreiber

Ein neuer Trend, den bereits 9% der heimischen Onlinekäuferinnen und Onlinekäufer für sich entdeckt haben, ist die sog. Click & Collect Einkaufsmöglichkeit. Hier wird die Ware z.B. im Onlineshop des Anbieters bestellt, gezahlt und im Ladengeschäft direkt vom Käufer abgeholt. Im Vergleich zum Jahr 2016 wurde hier ein Zuwachs von rund 3% ermittelt. Vorteile und Begründungen für den Anstieg der Click & Collect Käufe liegen zum einen im Wegfall der Versandkosten sowie flexiblen Abholungsmöglichkeiten und zum anderen bei ggf. einfacheren Umtausch- oder Änderungsmöglichkeiten direkt vor Ort im Geschäft.

Ob es sich bei diesem Trend für ausländische Händler lohnen könnte, kleine Dependancen in Österreich zu eröffnen und diese als eine Art Abhollager zu betreiben, ist jedoch fraglich. Global-Player wie z.B. Amazon.com, Inc. spielen sich bereits seit längerem mit diesem Gedanken.

50% der Käufer bevorzugen den heimischen Versand- und Onlinehandel

Grundsätzlich kann man von einem sehr guten Ergebnis sprechen, wenn sich rund die Hälfte aller österreichischen Onlineshopper für den heimischen Internethandel aussprechen. Allerdings liegen diesen Zahlen Umfrageergebnisse zu Grunde, wodurch dieses Ergebnis mit kühlem Blicke zu genießen ist.

Warum die leichte Skepsis bei diesem Ergebnis? Die Antwort ist sehr volksnah und liegt in der Natur des Menschen. Fragen Sie 5 Personen, ob sie lieber Bio- oder Mastgeflügel kaufen - die Antwort wird wahrscheinlich durch die Bank "Biogeflügel" lauten. Schauen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft einfach einmal in die anderen Einkaufswägen und zählen Sie, in wie vielen Einkaufswägen sich Geflügel welcher Produktionsart befindet. Eigentlich müssten Sie - wenn man dem Ganzen die Antworten auf die anfänglich gestellte Frage zu Grunde legt - auf 100% Biogeflügel kommen, oder etwa doch nicht?

Dies soll keineswegs als Kritik an unserer Gesellschaft gewertet werden. Der Wille, nachhaltige Lebensmittel zu kaufen oder den heimischen Handel zu stärken, ist ja tatsächlich und nachweislich vorhanden, doch entscheidet im Endeffekt meist der Preis über die Kaufentscheidung. Selbiges gilt im Bereich des Distanzhandels - auch hier ist für rund 57% der befragten Konsumenten der Preis das entscheidende Kaufkriterium.

Weitere Informationen zum E-Commerce in Österreich sowie der E-Commerce Studie Österreich 2017 finden Sie auf der Seite des Handelsverband - Verband österreichischer Handelsunternehmen, der Plattform Versandhandel & E-Commerce sowie der KMU Forschung Austria.

Quelle: E-Commerce Studie Österreich 2017 (Handelsverband)

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 Dezember 2018 07:45
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